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Ambient & Außenwerbung: No Risk – No Run (1/2)
vom 29.3.2004
 

In Zeiten anhaltender Konjunkturflaute wird in vielen Unternehmen die Sparbremse gezogen. Das bekommen auch die Marketer zu spüren. Die Budgets schrumpfen. Junge Werbeformen wie Ambient Media fallen dem Rotstift häufig zuerst zum Opfer. Dabei bieten sie nicht nur originelle Ansätze für zeitgemäßes Marketing, sondern auch kostengünstigere Alternativen.

Der Großraum Ambient Media eröffnet ein facettenreiches Kaleidoskop mit rund 90 Tools, von kleinen Hinguckern wie Bierdeckeln, Kinotickets und bedruckten Taschentüchern bis hin zu überdimensionalen Eyecatchern wie Großbildprojektionen, Videowalls oder Art Fields: riesige Pflanzenarrangements, z.B. in Logoform, die Einflugschneisen zum Blühen bringen. Dazwischen liegt eine Fülle auf den jeweiligen Einsatzzweck abzustimmender Instrumente wie Pizzakartonagen, Popcorntüten, Unitabletts, Promo-Vehikel, Prismenwender, Citylight Boards, beleuchtete Ganzsäulen ..., und der Einfallsreichtum der Macher dürfte für weiteren Zuwachs sorgen.
Die Angaben zur Anzahl der Anbieter schwanken zwischen 180 und 300, darunter viele kleinere Spezialanbieter, aber auch Provider mit komplexem Programm, die beraten, planen und überwachen. Zu letzteren gehört die Ambient Media Marketing GmbH in Bochum. Was nicht im Hause resp. von Tochterfirmen produziert wird, realisiert die Agentur über Kooperationen. Die Inspiration zur Gründung im Jahr 1998 zog Geschäftsführer Hans-Günter Macho (45) aus einem Besuch in Großbritannien. Den Begriff „Ambient Media“ hat er sich schützen lassen und als Marke beim Patentamt München angemeldet. Wir sprachen mit dem Bochumer Ambient Media Team: Hans-Günter Macho, Andrea Rüther-Arndt (40) und Yvonne Schmitt (25) über die Marktlage, Chancen und Perspektiven.

„Keiner traut sich!“

Wie beurteilen Sie den aktuellen Stand der Dinge im Bereich Ambient Media, wie ist die Resonanz der werbetreibenden Industrie?

Macho: Wir leiden zur Zeit natürlich wie viele in der Branche unter sinkenden Spendings, hoffen allerdings auf Besserung. Die Resonanz im Markt war schon vor drei Jahren sehr positiv. Fast alle wollen die Ausgaben im Bereich Klassik reduzieren und mehr Spendings in den Bereichen Below the Line und Ambient plazieren. Allerdings können die Markenartikler nicht auf die klassischen Medien verzichten, statt dessen werden die witzigen, kreativen Sachen gestrichen. Wir hoffen, daß die Umschichtung jetzt kommt.
Rüther-Arndt: Das Problem sind übrigens nicht nur die Agenturen, sondern auch die Auftraggeber. Je größer die Firma resp. das Produkt, desto vorsichtiger das mittlere Management.

Insbesondere junge Medien dürften auch Schwierigkeiten haben, die Effektivität zu belegen.

Macho: Ja, uns fehlen noch Marktforschungszahlen, und diese wiederum benötigen Mediaagenturen für ihre Argumentation gegenüber den Kunden. Der Mut zu Bauchentscheidungen fehlt – keiner traut sich, was Neues zu wagen. Dabei wären wir durchaus bereit, in Kooperation mit dem Kunden z.B. für Werbebierdeckel auch Marktforschungsdaten zu sammeln und auszuwerten.

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