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Event & Live Kommunikation: „800 Jahre Marketing- und Eventerfahrung“ (1/3)
vom 15.3.2004
 

Von Megatrends, interdisziplinärer Denke und Zukunftsperspektiven

Ein Interview mit Christoph Schüler, Head Consultant VOK DAMS Gruppe.

Wie definieren Sie die Kernkompetenzen von Vok Dams?

Das Portfolio von Vok Dams basiert auf vier Säulen: der ‚Kommunikation‘, die den gesamten strategischen Bereich umfaßt, ‚Events‘ als operative Ebene für das gesamte Projekt-Business, ‚Support‘, hier sind auch singuläre Dienstleistungen zu Einzelpreisen abrufbar – z.B. zehn hippe Künstler in Berlin engagieren –, und ‚Innovations‘ mit ‚new products‘, ‚trend radar‘ und ‚future planning‘.

Reagieren Sie mit dem Bereich ‚Innovations‘ auf Markterfordernisse, oder liegt Ihre Motivation vor allem darin, sich einen Vorsprung zu sichern?

Wir haben den Anspruch, strategischer Marktführer zu sein. Dazu gehört auch, immer wieder neue Dinge zu entdecken, neue Tools zu entwickeln, die für den Markt interessant werden könnten. Einschätzungen ‚aus dem Bauch heraus‘ reichen nicht aus, darum hinterfragen wir die Dinge analytisch. Manchmal reagieren wir damit auf Kundenanfragen, aber häufig sind die Analysen auch von Überlegungen aus dem eigenen Haus motiviert.

Was wäre ein typisches Thema aktueller Kundenanfragen?

Beispielsweise weil ein Event zu teuer erscheint, Kosteneinsparungstools entwickeln. Um für dieses Problem eine Lösung zu finden, müssen wir natürlich nicht etwas Neues erfinden, sondern können auf Erfahrungswerte und standardisierte Tools zurückgreifen, z.B. über einen entsprechenden Fragekatalog ermitteln, wie wir die Kosten reduzieren können, sei es durch eine andere Bestückung des Events, die Konzentration auf einen bestimmten Kommunikationskanal – evtl. reicht ja auch eine Inszenierung im Internet –, oder auch die Reduktion auf die wichtigsten Bestandteile der Veranstaltung. Gehäuft werden auch Möglichkeiten nachgefragt, Events zu bewerten, ihren Erfolg zu messen.

Welche Methoden und Tools setzen Sie ein, um im Bereich ‚Innovations‘ zu fundierten Ergebnissen für Ihre Trendstudien zu kommen?

Ausgangspunkt ist die Fragestellung: ‚Wohin entwickelt sich der Markt?‘ Um das zu eruieren, bieten sich verschiedene Möglichkeiten an. Wir verfolgen entsprechend auch unterschiedliche Ansätze, allerdings nur die nachvollziehbaren. So bekommen wir extrem viele Anfragen, ca. 200 pro Jahr, und auch eine Menge Briefings ins Haus.

Die werden aber nicht alle analysiert?

Nein, wir konzentrieren uns auf eine selektive Auswahl, die auch unter qualitativen Aspekten getroffen wird, d.h. Themen von der Roadshow bis zur Tagung für Führungskräfte, aber natürlich keine Anfragen, die sich auf Hüpfburgen beziehen. Diese Auswahl schauen wir uns dann in ihrer Gesamtheit an, analysieren sie nach teils standardisierten Rastern, z.B. ‚Was wird angefragt? Wie wichtig sind dem Kunden bestimmte Elemente? Welche Ziele werden vorgegeben?‘

Beziehen Sie sich dabei nur auf zeitnahe Anfragen und Briefings?

Für die aktuelle Studie ‚Die Megatrends im Live-Marketing‘ haben wir eine Zeitreihenanalyse durchgeführt, ältere Briefings aus dem Zeitraum 1998 bis 2000 neueren von 2001 bis 2003 gegenübergestellt. Im zweiten Schritt haben wir den teils hehren Anspruch der Briefings mit den Eventreports durchgeführter Veranstaltungen verglichen. Standardisierte Einzelevents dazu gerechnet, kommen wir bei Vok Dams auf circa 500 Events pro Jahr, womit wir auf eine breite Erfahrungsbasis zurückgreifen können. Aber wir beziehen auch die Events unserer Wettbewerber mit in die Untersuchung ein. Der ganze Prozeß ist mit einer Soll-/Ist-Analyse vergleichbar.

Wie repräsentativ sind solche Ergebnisse?

Wir erheben nicht den Anspruch, so repräsentative Resultate wie eine Marktforschungsstudie zu liefern. Aber z.B. ein Anstieg wie der bei den Effektivitätstools ist klar ablesbar. Diese Entwicklung würden die meisten Eventler aus dem Bauch heraus bestätigen, allerdings können wir sie auch mit Zahlen belegen.

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