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Mixed Media: Interview mit Christian Jacob (1/3)
vom 30.6.2009
 

Live Kommunikation

„Eine operative Exzellenz setze ich voraus“

Interview mit Christian Jacob



M+P: Herr Jacob, welche Rolle spielt Live Kommunikation in Ihrem Unternehmen – gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie diesen?

Jacob: Generell lässt sich beobachten, dass die Bedeutung von Above-the-Line-Kampagnen immer mehr abnimmt. Und das ist ein Trend, dem auch wir Rechnung tragen. Wir schalten zum Beispiel zurzeit kaum noch Anzeigen. Stattdessen wollen wir mit dem Kunden eine enge Bindung aufbauen und pflegen. Da ist die Live Kommunikation das perfekte Medium, um dieses Ziel zu erreichen. Vor allem bei Dienstleistungen und Lösungen im Softwarebereich geht es darum, die Marke in den Raum zu tragen und sie erlebbar zu machen.


Würden Sie sagen, dass Events damit auch strategischer eingesetzt werden?

Auf jeden Fall. Vor zehn Jahren waren Events oftmals bloße Spaßveranstaltungen. Inzwischen sind es jedoch contentaufgeladene Veranstaltungen, die auch eine Message – einen hohen kommunikativen Faktor – in sich tragen. Wenn wir über einen Event sprechen, dann reden wir zunächst einmal darüber, was für eine Botschaft wir dem Kunden, Stakeholder oder Mitarbeiter mitgeben wollen. Alle anderen Maßnahmen sind nachgelagert und müssen auf diese Botschaft einzahlen.


Haben Sie dafür ein Beispiel?

Ich muss mir zunächst überlegen, welche Botschaft ich meiner Zielgruppe mitgeben will. Was soll in deren Köpfen passieren? Und diese Corporate Message muss ich dann nonverbal aussenden – zum Beispiel indem ich eine entsprechende Location auswähle, die sich mit dieser Message verbindet. Ein Beispiel: Mit „Open Communications“ beschreiben wir unsere Positionierung im Markt, der entsprechende Claim dazu heißt „Communication for the open minded“. Das ist eher Bauhaus als Barock. Das heißt: Für Events brauchen wir nicht unbedingt das erste Haus am Platz, aber das innovativste. Analoges versuchen wir mit jedem Detail. Allerdings kann man selten mehr als ein bis zwei Kernbotschaften transportieren.
Für die operative Umsetzung heißt das: Es ist enorm wichtig, dass jeder weiß, was das Ziel der jeweiligen Veranstaltung ist. Entsprechend briefen wir auch jeden Einzelnen. Das ist zwar sehr aufwendig, doch ich bin davon überzeugt, dass es gerade diese Details sind, die den Ausschlag geben. Eine Veranstaltung zu 90% gut zu machen, das kann jeder. Eine operative Exzellenz setze ich voraus. Es kommt auf das i-Tüpfelchen an, den kommunikativen Aspekt, die Idee, die wir transportieren wollen und die Emotionen, die damit verbunden sind. Veranstaltungen, die nur gut durchgeführte sind, laufen Gefahr, dass sie austauschbar werden.

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