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Mixed Media: Sex im Wandel vom 22.12.2008 |
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Inszenierung der Erotik Mal ergreift Er, mal Sie die Initiative, was Auswirkungen auf die Rollenverteilung im Bett hat. „Beide Partner – nicht mehr nur allein die Frau – müssen sich als sexy inszenieren“, erläutert der Sexualforscher Reimut Reiche. Und auch immer mehr Männer finden Gefallen an erotischen Rollenspielen und lustvoll zelebriertem Sex. Diese neue Rollenverteilung, die beiden Partner phantasievolle Aktivität abverlangt, dokumentiert der Trend zum Smart-Sex. Damit bezeichnen Sexualforscher eine Liebeskultur, die darauf abzielt, die Leidenschaft auch in lang andauernden Beziehungen am Glühen zu halten. Dabei spielen Designs ebenso eine Rolle wie Inszenierungen. Man spielt kleine Szenen der Verführung: Der Körpers des Partners wird verhüllt und dann entblättert; Mann und Frau verlassen vertrautes Stellungsterrain und suchen bewusst nach Grenzüberschreitungen; neue Orte und Zeiten werden für den Sex entdeckt. Es muss nicht mehr der Samstagabend sein, sondern es werden bewusst „heiße Orte“ wie die Küche oder das Fitness-Studio gewählt, wobei die Gefahr, entdeckt zu werden, der Lust oftmals noch einen zusätzlichen Thrill verschafft. Vor allem die sexuell emanzipierten Frauen geben immer häufiger ein unbefriedigendes Eheleben auf und entscheiden sich gegen die Goldene Hochzeit, stattdessen für neue Freiheiten. Die Zahl der 60- bis 65-Jährigen, die sich zur Trennung entschließen, ist heute doppelt so hoch wie vor zehn Jahren. Die gesellschaftliche Entwicklung vollzieht sich mit einer deutlich veränderten Einstellung zum Thema Sex. Für die Erotik-Branche entstehen damit neue Marktchancen und Zielgruppen. Dabei verschwimmen auch die Grenzen zwischen Erotik- und Modemarkt: Sexspielzeug wird für seriöse Designer interessant und eignet sich als luxuriöses Geschenk. Längst gibt es den 1.200 Euro teuren Vibrator aus 18-karätigem Gold. In europäischen Metropolen wie Berlin, London und Paris sprießen kleine erotische Erlebnisläden, die keiner Erotik-Kette angehören, wie Pilze aus dem Boden. Auch die angebotenen Produkte erfahren ein Premium-Lifting: Trendiges Sexspielzeug regt schon durch sein ästhetisches Design die Sinne an. Bestes Beispiel sind die poppig bunten Dildos der Fun-Factory, die inzwischen weltweit nachgefragt werden. Sex-Ästheten zählen zu einer wachsenden Käuferschicht. Für sie bietet die Firma Babeland auch den „Eco-Sexy Kit“ an: Vibrator ohne Latex und Phtalate als Weichmacher, dazu Massagekerze und Gleitmittel, das nicht an Tieren getestet wurde und auch nichts Tierisches enthält.
Das seit 1995 bestehende Kölner Traditionsgeschäft „Lady’s Toys“ lädt alle Liebhaberinnen ein, ungestört weibliche Erotik und Sinnlichkeit, verführerische Accessoires und Spielzeuge, Literatur, Videos, Düfte und Öle zu entdecken: Hier darf alles befühlt und berührt, an- und ausgeschaltet werden. Donnerstags und Samstag sind auch die Herren erlaubt, jedoch nur in weiblicher Begleitung. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 14 bis 19 Uhr, Samstags von 11 bis 16 Uhr; |
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