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Dr. Feelgood: Das Leben wieder fließen lassen (1/2)
vom 23.12.2005
 

Das Leben wieder fließen lassen

Je mehr Energie verfügbar, desto erfolgreicher und entspannter kann man die Herausforderungen des Lebens meistern. Prägungsmuster und psychische Traumata bauen im Laufe der Entwicklung Blockaden auf, deren Lösung zusätzliche Kraftquellen zum Sprudeln bringt. Sie liegen in jedem verborgen – man muß sie nur erschließen.


Petra M. kann einfach nicht „Nein“ sagen, bis ihr schließlich Pflichten und Frust über den Kopf wachsen. Gerd P. nimmt alles persönlich (übel), statt seine feinen Antennen für mehr Menschenkenntnis zu nutzen. Und Jürgen S. ist einfach nie zufrieden – verpulvert seine Kräfte für ein perfektionistisches Ideal, das wie eine Fata Morgana aus der Ferne lockt und doch nie zu greifen ist.
Der ganz normale Wahnsinn hat viele Gesichter. Besonders verbreitet: Verhaltensmuster, die nach dem Prinzip von Pawlows konditioniertem Hund funktionieren. Wie auf Knopfdruck produziert ein Schlüsselreiz auch nur eine Reaktion.
Zwar ist den Betroffenen häufig bewußt, daß sie immer wieder in die gleiche Falle tappen, doch diese Erkenntnis allein schützt nicht vor Wiederholung. Die reine Ratio greift in der komplexen Innenwelt meist zu kurz und bietet selten einen Schlüssel, um die Tür zu unbewußten Ursachen zu öffnen.
So fügt sich der Mensch häufig ins scheinbar unvermeidliche Schicksal und richtet es sich nicht selten in der Opferrolle ein. Zumindest solange die psychischen Blockaden sich nicht in körperlichen Symptomen spiegeln. Aber darin liegt auch eine Chance.

Das ganze Wesen im Blick

Gisela Trampert ist Heilpraktikerin aus Überzeugung. Bis Mitte 30 war sie nach eigenen Worten „schulmedizinhörig“. Dann wurde sie mit der Diagnose Krebs zum Sterben nach Hause geschickt. „Da brach für mich alles zusammen. Aber ich sagte auch: So nicht!“
Sie schob die Schulmedizin beiseite, konsultierte Heilpraktiker, besuchte Vorträge, und war so fasziniert, daß sie – nach einem erfolgreich absolvierten Musikstudium – noch mal die Schulbank drückte. Eine Rückkehr auch zu Jugendthemen.
„Ich habe mich schon immer gefragt, warum Menschen krank werden. Aber erst im Laufe der Zeit kam ich dahinter, daß die Einstellung eines Menschen zu seiner Situation eine große Rolle spielt. Das hat mir auch selbst geholfen, wieder gesund zu werden. Zwar konnte ich die Situation nicht ändern, aber meine Einstellung dazu. Ich legte die Opferrolle ab.“
Die ursprüngliche Absicht, in ihrer Heilpraxis psychotherapeutisch zu arbeiten, stellte sie allerdings solange zurück, bis sie Ansätze fand, die mehr bieten als Tools, „um Menschen in einer Gesellschaft, in der sie krank geworden sind, wieder zum Funktionieren zu bringen“.
Die Wende kam 1987. Immer öfter baten Patienten Gisela Trampert, das Hochfrequenzgerät auszuschalten und statt dessen mit den Händen zu massieren. Sie beschloß, die Menschen mehr zu be-Hand-eln und verabschiedete sich sukzessive von den Apparaten.
Die erste Therapieform, die sie lernte, war die Energiezonen-Behandlung nach dem Konzept von Johannes Gockeln, das wiederum auf einem tradierten, über 2000 Jahre alten chinesischen System basiert. Gisela Trampert modifizierte das Konzept zu einer sanften Methode. „Ich habe etwas im Handlungsablauf geändert und damit die teils drastischen Auswirkungen der Behandlung eliminiert.“ Das einzige Buch zum Thema stammt aus ihrer Feder (Literaturhinweise im Netz).

Von außen nach innen

Die Energiezonen-Behandlung setzt außen an, doch sie wirkt auch befreiend auf das Innenleben, und zwar ohne vorherigen Seelenstriptease. Man liegt zwar auf der „Couch“, muß aber nur die Füße entblößen. Mit zarter Hand berührt Trampert die festgelegten Punkte – jeder korrespondiert mit einer Lebensphase bzw. einem Körperbereich – zeichnet ihre Verbindungslinien nach. Schweigend, in einer Aura meditativer Stille.
„Mit der Energiezonen-Behandlung kann man psychische Blockaden lösen. Sekundär können natürlich auch körperliche Beschwerden gelindert werden. Für viele Leute bringt diese Methode eine bis dahin unvorstellbare Entspannung, und das Loslassen im muskulären Bereich ist sehr oft an ein Loslassen von blockierenden Glaubenssätzen gekoppelt. Die Energiezonen-Behandlung hilft dabei, langsam zu lernen, das zu leben, was man ist – freier in Meinungen und Anschauungen zu werden.“
Liegen die Wurzeln allen Übels in der Kindheit? Auch in Tramperts Praxis kommen viele Menschen mit unverarbeiteten Kindheitsmustern. Aber statt in alten Wunden zu graben, versucht sie, das Gegenüber konstruktiv aufzubauen, z.B. so: „Ein Kind, das viel allein gelassen wurde, kann daraus auch Selbständigkeit und Selbstgenügsamkeit entwickeln, so daß aus dem Schwachpunkt Stärke entsteht.“
Wieso manifestieren sich negative Psychomuster überhaupt im Körperlichen? Gisela Trampert bezieht sich auf neurologische Studien: „Weil psychische Verletzungen und Traumata zu einem Kurzschluß im Gehirn führen können. Von dort aus gehen Fehlimpulse zu einer Empfangsstelle im Körper, die überall sein kann. Und darum kann man auch über eine Lockerung des Körpergefühls viel abbauen.“

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