Bildpracht im Dienst der Marke
Wer aus den Fluten der Bildermassen hervorstechen will, braucht pfiffige Ideen. Ein Überblick angesagter Formen in der Plakatwerbung.
„Value für money“ lautet die Losung der Außenwerber seit drei, vier Jahren, und löste den Glauben ab, allein die Masse macht’s. Grund zum Nachdenken hat die Branche, denn nur 40% der Top-200 Werber ficht den Kampf um Aufmerksamkeit mit Stadtbildern aus. Im Zuge der Qualitätsoffensive baute man unterdes rund 140.000 Aushangflächen ab, die ohnehin keiner sah, und pflegte Verbleibendes aufmerksamer. Preisstrukturen wurden komplexer, aber gerechter, da nun dezidiert für Leistung, sprich Kontaktwert gezahlt wird.
Und damit Kampagnenerfolge berechenbarer denn je sind, erfährt der G-Wert, der gängige Maßstab für Plakateffizienz, ein up-date: Der G2 misst Passanten und Verkehrströme per Satellitentechnik zuverlässiger als bisherige Befragungspraktiken.
Fraglich bleibt, ob sich das behäbige Verwaltungssystem zigtausender Flächen an die Kommunikationsgeschwindigkeit des 21. Jahrhunderts anpassen lässt. Ein Ende der 10-tägigen Buchungsdekaden, zu Gunsten der Kalenderwoche, ist nicht in Sicht, auch wenn die Anbieter Decaux und Wall jüngst umstellten. Immerhin kündigten Branchengrößen wie Ströer und AWK noch für 2005 den zeitgleichen Kampagnenstart an. D.h. Motive werden bundesweit auf einen Schlag montiert – statt kleckerweise in A-, B-, C-Blöcken.
Gefügiger im Media-Mix sind da pointierte und vergleichsweise homöopathisch dosierte Bebilderungen. Ob dies Außenwerbung oder Ambient-Media ist, bewerten beflissene Fachgeister unterschiedlich. Ganz gleich, wie das Kind heißt, in den Städten wird’s lebhafter.
Agil und sympathisch
Seit drei Jahren bekommt die Kommunikation auf Rädern agile Mitstreiter, wie die Smart-Flotten. Das knuffige Kultauto fällt auf und hat einen Sympathiebonus, der Bus und Bahn abgeht. Als günstige Mietautos getarnt, fahren „Promotion Chauffeure“ mit Auflagen an Kilometerleistung und Gebieten umher. Diese terminierten Marken-Rudel auf Rädern kann man bei Maxhopp Media in Hamburg und Berlin oder Laudamotion in Wien, Linz und nun auch München buchen. Die Expansion scheint ungebrochen. Laut Laudamotion-Studie treffen 14.000 Blicke die verzierten Kleinstwagen. Bei Mieten* um 1.130,- bis 1.500,- Euro inklusive Beklebung ein Schnäppchen. Wer es exklusiver mag, halte es wie ein Kinobesitzer, der zum Filmstart von „Die Unglaublichen“ seinen Porsche der einstweiligen Vollbeklebung unterzog.
Soll die Botschaft nicht nur metropolitane Straßen erschließen, sondern auch off-road-Plätze, wie Parks, Fußgängerzonen oder Denkmäler, greife man zum Velo-Taxi. Die windschnittig verschalten Rikschas erfreuen sich bei Touristen und Kurzstreckenfahrern zunehmender Beliebtheit. Sportliche Taxis trifft man von März bis Oktober derweilen in 35 internationalen Städten an. Für Preise von 970,- bis 1.800,- Euro plus Applikationskosten fahren Radtaxis Botschaften spazieren. Wen es nach mehr Markenpräsenz verlangt, der kann Fahrer branden und briefen sowie Flotten gezielt am Event-Ort ins Pedal treten lassen.
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