„Ohne strategisches Vorgehen können Sie nicht mehr im Markt bestehen“
Seit 34 Jahren erfolgreich im Geschäft: Die in Solingen ansässige kogag Bremshey & Domning GmbH bietet das komplette Portfolio der Marketingevents im Fullservice und interdisziplinär vernetzt. Ihre rund 120 Mitarbeiter betreuen ca. 210 Veranstaltungen pro Jahr. Wir haben mit Ralf Domning, Geschäftsführender Gesellschafter, über aktuelle Tendenzen, Marktlage und Aussichten der Branche gesprochen.
 Ihre Agentur gilt als einer der Vorreiter im Bereich Livekommunikation.
Richtig, und das nicht nur, weil wir seit über 30 Jahren im Ranking auf den obersten drei Spitzenplätzen zu finden sind. Kogag war, historisch gesehen, de facto die Nummer Eins. Man kann sich das heute nur schwer vorstellen, aber als wir 1970 anfingen, gab es diesen Service gar nicht. In all dieser Zeit haben wir natürlich nicht nur immense Erfahrungen sammeln, sondern die Branche selbst auch entscheidend prägen können. Ich würde sagen, dass wir bis vor einigen Jahren der Platzhirsch der Branche waren. kogag war der Maßstab. Alle fragten: „Was bieten sie an, wie gehen sie in den Markt?“ Inzwischen ist der Markt sehr gewachsen. Dass wir nach einer so langen Zeit immer noch zur Spitzengruppe der ersten Drei zählen, zeigt, dass wir vieles richtig gemacht haben. Wir wissen allerdings, dass wir einiges anders machen müssen, um auch quantitativ wieder die Nummer Eins zu werden. Es gibt Kunden, für die das Ranking eine wichtige Entscheidungshilfe ist. Dabei besagt die Agenturgröße allein natürlich noch überhaupt nichts über die Fähigkeiten des Agenturpartners. Etwa darüber, was man anbietet, wie man es anbietet, wie kreativ und zielführend man ist, welche Problemlösungen man für den Kunden erreicht, wie zuverlässig und erfolgreich die Problemlösungen letztendlich sind.
Die aktuelle Marktlage scheint auch in der Eventbranche ihre Spuren zu hinterlassen.
Ja, leider. Die Talfahrt hat mit dem 11. September 2001 angefangen. Nach diesem Tag wurden allein aufgrund des Sicherheitsaspektes in der Folge viele Veranstaltungen gecancelt. In 2001 konnten sich die Agenturen noch so einigermaßen behaupten – bis September hatten sie ihre Umsätze so weit gemacht. Aber ab Herbst 2001 verzeichneten viele für den Rest des Jahres nur noch Stornos.
Auch bei der Etatvergabe wird heute ein anderer Kurs eingeschlagen – Engagements über die Jahre scheinen die Ausnahme zu sein.
Ohne Zweifel, die heutige Vergabepraxis stellt eine ganz besondere Herausforderung für uns dar. Früher kamen dieselben Kunden immer wieder und sagten: „Wir haben eine neue Aufgabe , und dazu müsst ihr euch wieder was Neues einfallen lassen.“ Man wusste: Liefert man eine gute Leistung zu einem vernünftigen Preis, wird der Kunde immer wieder von sich aus anfragen. Heute steht vor der Etatvergabe fast immer der Pitch – ganz gleich, wie zufrieden die Kunden mit der letzten Leistung waren. Wettbewerb hat etwas Positives. Doch wenn man regelmäßig gegen 10 bis 20 Mitbewerber antreten muss, kann dies manchmal sehr mühsam werden. Ich sage das, obwohl die kogag sich in diesem Jahr zahlreiche große Etats in einem solchen Pitch sichern konnte. Ich denke da an so spannende Kunden wie Henkel, Aral, Rheinmetall, VW und andere mehr.
Ich hätte eher getippt, eine kogag liefe sozusagen außer Konkurrenz ...
Auch wenn dem so wäre, bin ich mir nicht sicher, ob eine solche Monopolstellung einer so dynamischen Agentur wie kogag gut täte. Tatsache bleibt jedoch: Man kann sich heute nicht mehr zurücklehnen und argumentieren: „Wir gehören zu den Marktführern! Wir wollen ein Konzeptionshonorar haben, sonst gehen wir nicht in die Pitchrunde!“ Bezeichnenderweise waren vor 2001 Konzeptionshonorare selbstverständlich, heute werden sie generell nicht mehr so einfach gezahlt.
- Lesen Sie weiter auf Seite 2 - |