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Interview mit Prof. Dr. Heribert Meffert
vom 26.04.2010 12:14:63

Im Vorfeld des 4. CMO Gipfels sprach Professor Dr. Dr. h. c. mult. Heribert Meffert mit marcus evans (Europe) Limited über die zunehmende Komplexität im Marketing und gibt einige Impulse für Potentiale und Chancen.



Nachhaltigkeit, Demografie und Frauen: Marketing im Wandel

Marketing könnte so einfach sein – wenn man nur wüsste, worum es geht…

Die Marketingdisziplin ist in den letzten 20 Jahren sehr stark gewachsen, derzeit existieren über 100 Lehrstühle an Fachhochschulen und Universitäten. Angesichts der steigenden Komplexität und der zunehmenden Spezialisierungsmöglichkeiten sind die Studiengänge stark fragmentiert und in viele Spezialfelder aufgeteilt - es besteht die Gefahr der Zersplitterung. Mittlerweile existieren 256 „Bindestrich-Marketing“-Begriffe wie Ethno-Marketing, Direkt-Marketing, Gender-Marketing oder Gonzo-Marketing; da ist die Frage berechtigt, ob wir überhaupt noch richtig ausbilden. Zunächst muss eine gewisse Ganzheitlichkeit bei der Ausbildung gewährleistet sein: als Basis sollte jeder Marketing-Student Kenntnisse in den Bereichen Marktforschung, Strategie, integrierter Marketingmix und Marketing-Controlling erlangen. Anschließend kann sich der Student in modularen Bausteinen spezialisieren, z. B. in Richtung Dienstleistungsmarketing, B2B, Medienmarketing oder Markenführung.

Fokus einer marktorientierten Führung – im Studium und im Management

Im Vordergrund muss die Ausrichtung auf eine ganzheitlich marktorientierte Führung stehen. Dies gerät jedoch bei der Gestaltung der Studiengänge und auch in der Wirtschaft mehr und mehr in den Hintergrund. Viele Hochschulen müssen noch ihren Weg finden, die Disziplin zu gestalten und an aktuellen Trends neu auszurichten. In der Berufswelt finden sich zunehmend Kommunikationswissenschaftler, Wirtschaftsingenieure oder Psychologen, die spezialisierte Marketing-Positionen einnehmen - dem müssen die Universitäten und auch die Unternehmen Rechnung tragen und festlegen, wie sie Marketing einordnen wollen. Eine besondere Aufmerksamkeit kommt immer wieder den Unterschieden zwischen Mann und Frau in der Berufswelt zu. Doch nicht nur aus Sicht einer Personalabteilung, auch aus Sicht von Marketing und Vertrieb werden Frauen als Zielgruppe vernachlässigt.
 

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